Vorwärts ist nicht der einzige Weg

7. Februar 2026
Diese Yogastunde widmet sich Rückbeugen und Herzöffnern als bewusste Gegenbewegung zu unserem Alltag – physisch wie psychisch. Während wir im Leben oft nach vorne gebeugt sind (über Bildschirme, Gedanken, To-do-Listen), laden Rückbeugen dazu ein, uns aufzurichten, Raum zu schaffen und neue Perspektiven einzunehmen.

Anatomisch gesehen brauchen Rückbeugen aktive Kraft und bewusste Weite zugleich. Die Rückenstrecker, die Gesäßmuskulatur und die Oberschenkelrückseiten stabilisieren die Wirbelsäule und schützen den unteren Rücken. Gleichzeitig werden Strukturen gedehnt, die bei vielen von uns chronisch verkürzt sind: die Brustmuskulatur, die vordere Schultermuskulatur, die Bauchmuskeln und insbesondere die Hüftbeuger. Erst wenn diese Bereiche Länge bekommen, kann sich die Wirbelsäule gleichmäßig und gesund in die Streckung bewegen.

Warum fallen uns Rückbeugen oft so schwer?
Neben verkürzten Muskeln spielen auch Schutzmechanismen des Nervensystems eine Rolle. Das Öffnen der Körpervorderseite macht verletzlich – körperlich wie emotional. Viele Menschen halten unbewusst Spannung im Brustraum, um sich zu schützen. In dieser Praxis nähern wir uns Rückbeugen daher achtsam, mit klarer muskulärer Unterstützung und viel Raum für Atem und Pausen.

Diese Stunde lädt dazu ein, Rückbeugen nicht als „mehr“ oder „tiefer“ zu verstehen, sondern als ehrliches Aufrichten: stabil im Rücken, weich im Herzen. Denn manchmal entsteht Entwicklung genau dann, wenn wir uns trauen, nicht nach vorne zu gehen – sondern uns zu öffnen.